was first harvest bei matcha wirklich bedeutet

first harvest steht auf vielen matcha-dosen, auch auf unseren. der begriff klingt ziemlich eindeutig, doch dahinter steckt etwas mehr als nur „zuerst gepflückt“.

kurz gesagt stammt tee aus der ersten ernte vom ersten neuen austrieb, nachdem die teepflanzen den winter über geruht haben. in japan nennt man ihn auch ichibancha.

der genaue zeitpunkt hängt von region, cultivar, wetter und höhenlage ab, liegt aber meist im frühling. spätere triebe können als zweite oder dritte ernte gepflückt werden.

warum ist gerade die erste ernte so begehrt?

die teepflanze hatte zeit zum ruhen

nach der letzten ernte des vorjahres speichert die teepflanze während der kälteren monate nährstoffe. wenn sie im frühling wieder zu wachsen beginnt, fließt diese gespeicherte energie in die ersten jungen triebe.

diese jungen blätter sind meist zart und können vergleichsweise viele aminosäuren enthalten, die mit süße und umami verbunden sind. spätere ernten wachsen bei wärmerem, hellerem wetter und entwickeln häufig mehr bitterkeit und adstringenz.

das macht spätere ernten nicht unbrauchbar. sie können sich sehr gut zum backen, für eiscreme und andere rezepte eignen, in denen matcha gegen mehrere zutaten bestehen muss. sie ergeben einfach ein anderes geschmacksprofil.

first harvest ist nur ein teil der geschichte

first harvest ist eine hilfreiche angabe, aber keine vollständige qualitätsstufe.

zwei matchas aus der ersten ernte können völlig unterschiedlich schmecken. einer kann weich, cremig und nussig sein, ein anderer frischer, tiefer oder pflanzlicher.

der endgültige geschmack hängt außerdem ab von:

  • dem cultivar oder der cultivar-mischung

  • dem feld und den wachstumsbedingungen

  • der region und höhenlage

  • der art und dem zeitpunkt der beschattung

  • dem genauen erntezeitpunkt

  • der dämpfung und trocknung der blätter

  • der sortierung und vermahlung des tencha

  • der verpackung und lagerung des fertigen matcha

wenn cultivare für dich noch neu sind, ist unser guide darüber, was ein matcha-cultivar eigentlich ist, ein guter anfang. außerdem erklären wir, wie anbauregionen den geschmack von matcha beeinflussen können.

es bedeutet nicht automatisch handgepflückt

first harvest beschreibt, wann die blätter geerntet wurden, nicht wie.

sie können von hand oder maschinell geerntet worden sein. handpflücken erlaubt eine sehr gezielte auswahl, doch auch sorgfältige maschinelle ernte kann hervorragenden tee ergeben. die methode sollte immer zusammen mit feld, blättern, produzent und endergebnis betrachtet werden.

dasselbe gilt für begriffe wie stone-ground, single origin und single cultivar. sie verraten etwas Reales, können aber die gesamte qualität eines matcha nicht allein beurteilen.

deshalb verlassen wir uns auch nicht auf breite bezeichnungen wie ceremonial grade. mehr dazu erfährst du in warum wir unseren matcha nicht ceremonial grade nennen.

schmeckt first harvest immer besser?

nicht automatisch.

ein schlecht verarbeiteter oder falsch gelagerter matcha aus der ersten ernte kann trotzdem flach, harsch oder alt schmecken. ein gut gemachter tee aus einer späteren ernte kann für ein bestimmtes rezept deutlich geeigneter sein als ein mittelmäßiger first harvest.

geschmack hängt auch davon ab, was dir gefällt. ein sehr weicher matcha ist nicht zwangsläufig besser als einer mit mehr tiefe oder frische. er ist einfach anders.

für uns ist first harvest eine hilfreiche information, kein zauberwort. sie erklärt einen teil der herstellung, sollte aber neben cultivar, herkunft, geschmack und verarbeitung stehen.

erst zusammen geben diese angaben ein ehrliches bild davon, was du öffnest.

die ernte- und geschmacksangaben zu jedem unserer matchas findest du in der sumi kollektion.

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